KTM trennt sich von Kiska – Ende einer prägenden Design-Ära
Der österreichische Motorradhersteller KTM beendet die langjährige Zusammenarbeit mit dem renommierten Designbüro Kiska. Die Entscheidung markiert einen tiefgreifenden Einschnitt in der Optik und Formensprache der Marke, die über Jahrzehnte hinweg stark von den kreativen Handschriften beeinflusst wurde.
KTM begründet den Schritt mit dem Wunsch nach einer neuen gestalterischen Ausrichtung, die stärker auf interne Kompetenzen und eigenständige Markenidentität setzt. Für viele Fans, die KTM-Optik als wesentlichen Teil der Markenidentität verstehen, ist dies ein bedeutender Wendepunkt.
Kiska und KTM: Geschichte einer erfolgreichen Partnerschaft
Die Geschichte zwischen KTM und Kiska war eng verwoben. Das Designbüro aus Anif bei Salzburg prägte seit den 1990er-Jahren stark die visuellen Identität der Marke. Kiska war nicht nur maßgeblich für die Formensprache mitverantwortlich, sondern beeinflusste das Gesamterscheinungsbild der Motorräder, Zubehörteile, Bekleidung und sogar Kommunikationsmittel. Die unverwechselbaren Linien, die aggressive Farbgebung und die klare Wiedererkennungsqualität vieler KTM-Modelle gingen zu einem großen Teil auf das Konto des Designstudios.
Über Jahrzehnte hinweg entstanden Ikonen wie die LC4-Familie, die 990/1290 Super Duke Serien, zahlreiche Adventure-Modelle und nicht zuletzt die sportlichen Offroad-Modelle. Kultstatus garantiert. Die Zusammenarbeit war lange Zeit ein Erfolgsmodell. Kiska lieferte visionäre Entwürfe und KTM setzte sie technisch hochklassig um.
Doch wie alle Partnerschaften ist auch diese nach vielen Jahren an einen Punkt gelangt, an dem beide Parteien getrennte Wege gehen. KTM betont ausdrücklich, dass dieser Schritt nicht als Bruch, sondern als Neuausrichtung verstanden werden soll.
Eigenes Designzentrum von KTM in Salzburg geplant
KTM war ursprünglich Miteigentümer von Kiska. Mit Beendigung der Zusammenarbeit verliert die Designagentur ihren Hauptkunden und wird wieder zu 100 % eigenständig. Währendessen ließ KTM im Februar 2026 verlauten, ein eigenes Designzentrum in Salzburg zu planen. Im Zuge der Restrukturierung des Unternehmens wolle man verstärkt auf die In-House Kompetenz setzen. Das Team soll zukünftig nicht nur an der Formgebung arbeiten sondern auch Technologieinnovationen entwickeln.
Gründe für das Ende der Zusammenarbeit und die Zukunft bei KTM
KTM begründet die Entscheidung offiziell insbesondere mit dem Wunsch nach einer neuen, eigenständigen Designlinie. Dies soll stärker auf interne Ressourcen und eine zukünftige Markenstrategie ausgerichtet sein. In herausfordernden Zeiten für Mobilität, Nachhaltigkeit und Markenidentität möchte KTM offenbar frische Impulse setzen und das Design als integralen Bestandteil dieser Transformation verstehen. Weiters möchte KTM in der Lage sein, schneller und direkter auf die wechselnden Herausforderungen des Marktes reagieren zu können.
Bedeutet dies eine stilistische Abkehr vom gewohnten Desing? Nicht zwangsläufig. KTM könnte die markante DNA ohne ein externes Studio eigenständig weiterentwickelt. Kritiker hingegen sehen darin das Risiko, dass der unverwechselbare „KTM-Look“ verloren gehen könnte.
Ein Wendepunkt mit offenem Ausgang
Das Ende der Zusammenarbeit zwischen KTM und Kiska ist ein markanter Einschnitt in der jüngeren Geschichte der Marke. Kiska hat über Jahrzehnte prägende Designarbeit geleistet und damit maßgeblich zur weltweiten Wahrnehmung von KTM beigetragen. Die Trennung öffnet einerseits Türen für neue gestalterische Wege und firmeninterne Kreativansätze. Auf der anderen Seite bleibt viel Raum für Spekulationen.
- Wie wird sich das künftige Design von KTM stark verändern?
- Wird der Wiedererkennungswert, der viele Fans begeistert hat, erhalten bleiben?
Die Community muss also geduldig bleiben und Beobachten. Denn bei aller technischen Exzellenz eines Motorrads spielt das Design eine zentrale Rolle darin, welche Strahlkraft ein Bike nach außen hat uns sich identifiziert.
Bildnachweis:
© KTM